Mittwoch, 21. August 2013

Der Aufbruch zum Sommerfest - Kapitel IV

Was bisher geschah, kann im Kapitel IKapitel II und Kapitel III nachgelesen werden!


Der Skalarexperte

Ein dicker Mann betrat das Foyer eines Berliner Altenheim und winkte der Schwester am Empfang. Diese winkte zurück und rief ihm zu: “Ach. Das ist ja schön, dass sie den Axel wieder ein wenig ausführen. Er freut sich ja immer so, wenn er mal rauskommt. Er ist gerade im Gemeinschaftsraum. Sie kenne sich ja aus.”
“Jaja, danke, ich weiß wo das ist.”
Er ging die Treppe hinauf und überholte dabei den Treppenlift, der sich mit einer alten Dame ebenfalls nach oben bewegte. Etwas außer Atem erreichte er knapp vor dem Lift den 1. Stock.
“Haha. Erster!”
Die alte Dame schaute nur grimmig und setzte ihre Fahrt fort. Aus einem Raum am Ende des Ganges hörte man Stimmen. Der dicke Mann öffnete die Tür und erblickte mehrere alte Menschen, welche, mit Papier und Stift ausgerüstet, gespannt nach vorne blickten.
“Psst. Psst. Axel....Aaaaxel.”, rief er leise in den Raum.
Ein hagerer alter Mann mit eingefallen Wangen drehte sich zur Tür. Als er den darin stehenden erkannte, stand er auf und lief zu ihm.
“Hallo Peter. Das ist jetzt ungünstig.”
“Wieso? Es ist Freitag und heute ist NSL Stammtisch. Ich bin hier, um dich abzuholen.”
“Ach, ist das schon wieder soweit. Augenblick noch. Wir haben gerade unser Templer-Treffen. Im Moment versuchen wir den Code des Universums zu knacken. Das ist reine Mathematik. Die Sprache der Intelligenz. Sehr kompliziert. Verstehst du eh nicht.”
Aus dem Saal hörte man eine Stimme: “Dreiundzwanzig!”
Axel nahm seinen Stift und zeichnetet etwas auf seinen Zettel.
“Ich stehe kurz vor der Lösung. Diesmal werde ich Erster sein und nicht einer dieser alten dummen Bauern da hinten. Immerhin gibt es niemanden, der mein umfangreiches Wissen der Mathematik, Physik und manchmal auch Geologie hat. Kenne zumindest keinen außer mir.”
Wieder ertönte die Stimme aus dem Saal: “Achtunddreißig”.
“Bingo!”, rief plötzlich ein alter Herr mitten aus der Runde.
“Mist!” Axel zerknüllte seinen Zettel und warf ihn auf den Boden. “Jetzt können wir gehen.”

Zur gleichen Zeit auf einem Kartoffelacker in Stern...Storndorf in der Nähe von Alsfeld. Eleonore und Birgit erreichten das bereits anwesende Trio, bestehend aus Detlef, Johanne und Frank.
“Hallo ihr Beiden.”, rief Detlef ihnen zu. “Jetzt sind wir ja vollzählig was die Orga betrifft und soweit auch fertig mit allem.”
“Ähmm fertig?”, fragte Johanne etwas verdutzt. “Da ist doch noch gar nichts aufgebaut.”
“Du musst es dir vorstellen Johanne. Schau mal! Da steht die Bühne, da die Hüpfburg. Und da hinten stehen immer mehr Aufbrüchler zum Wettmelken Schlange. Siehst du, genau da am Basar, wo die ganzen Schamanen und Esoterikhändler schon gierig warten. Da befindet sich der KRR-VIP-Bereich, in dem wir alle legitimierten Reichskanzler, Minister, Souveräne und Könige sämtlicher Deutschen Reiche begrüßen. Und da das Märchenzelt. Da werden Geschichten über Chemtrails erzählt. Schau mal da. Dort am Rande des Ackers, wo die Wiese noch nicht gemäht wurde, da ist das vegetarische Buffet. Du musst es dir nur vorstellen.”
Elenore stimmte den Ausführungen von Detlef zu und ergänzte: “Ja, einfach hoffnungsvoll in die Zukunft sehen. Wir hoffen zum Beispiel, dass irgendwer ne Bühne auf’n Dachboden rumliegen hat und die mitbringt.”
“Und ne Hüpfburg vielleicht. Habt ihr eigentlich alle eure Klappstühle mit?”, fragte Birgit.
“Ja.”
“Ja, ich auch.”
 “Ich nicht. Hab nur nen Klappspaten.”, sagte Frank.
“Ok, dann wäre das mit den Toiletten ja auch geklärt. Seht ihr es organisiert sich alles von selbst.” Detlef war sichtlich zufrieden.

“Ich wüsste da jemanden!”, rief Jo plötzlich.
“Wie? Was?” Stultissimus schaute ihn fragend an.
“Na wegen den Skalardingsbums. Ich kenne da einen Experten.”
“Echt? Wer soll das denn hier sein?”, fragte Nada.
Jo versuchte plötzlich cool zu wirken, verschränkte die Arme und sagte: “Ich könnt es euch ja verraten, aber dafür müsstet ihr uns nach Sterndorf bringen.”
“Müssen? Glaub mir, wir müssen gar nichts. Wir haben so unsere Methoden um das auch so aus dir herauszubekommen!”
Stultissimus ging einen Schritt auf Jo zu. Der wich ängstlich zurück. Doch Nada entspannte die Situation. “Nu lass mal. Wenn der Skalarantrieb wieder geht, ist es doch ein Klacks die über diesem Sterndorf rauszuwerfen. Nehmen wir sie halt mit.”
“Jenau...hicks…”, Ebriosus umarmte immernoch Jonathan den Barden. “Den hier nehm sch… hicks … mit. Der is scho trollig.”
Eh man sich versah, saßen Jo, Micha, Ben und Jonathan der Barde neben Snowden in der Flugscheibe, welche sich sehr langsam vom Boden in die Luft erhob und im Schneckentempo davon flog.
“So und nun raus damit! Wer ist der Experte?”, fragte Stultissimus.
“Stoll, Axel Stoll. Der Experte für Implosionswaffen und Skalarwellen. Ist nur schwer zu erreichen. Mag kein Internet und so neumodischen Kram. Aber über den Peter würde ich es versuchen. Warte mal…”
Jo durchwühlte seine Visitenkartensammlung. “Mal schauen...Schauberger... Schicklgruber … Schmidt… ah ja, hier ist seine Handynummer!”
Jo übergab die Karte Stultissimus. Dieser griff sofort zum flugscheibeneigenen Telefon und fing an zu wählen.
“Moment!”, rief Nada. “Wähl aber was vor! Handygespräche sind immer so teuer. Außerdem solltest du vielleicht nicht gleich sagen, dass du von der GFdL bist. Meld dich einfach mit einem irdischen gewöhnlichen Namen.”
“Ja, das ist ne gute Idee.”
Er wählte erneut die Nummer mit Call-by-Call Vorwahl. Das Rufzeichen ertönte und es meldete sich eine Stimme: “Ja bitte, Peter Schmidt hier.”
“Ja hallo Herr Schmidt. Hier ist Bernd…”
“Haha. Verarschen kann ich mich selber. Aber ihr seid zu früh. Ist eben nicht so einfach, wenn es keine Liveübertragung mehr gibt. Der Stammtisch hat noch gar nicht angefangen. Ich fahre gerade erst mit dem Kameraden Axel zum Chinesen. Und Tschüß ihr bezahlten Systemstörenfriede ….tut tut tut tut…”
“Das ist jetzt nicht so gut gelaufen, oder?” Stultissimus schaute Nada an. Diese nickte, sagte dann aber: “Naja, immerhin wissen wir jetzt, dass die zum Chinesen fahren und das der Skalar-Experte dabei ist. Wir orten einfach das Handy von diesem Peter und finden die so schnell die Mikrowelle uns nach Berlin trägt.”
“Fabelhaft. Dann auf nach Berlin! Alle festhalten!”
Die Flugscheibe flog mit leisen Surren gemächlich Richtung Berlin. Jo, der neben Snowden Platz genommen hatte, schaute diesen die ganze Zeit an. Dieser, etwas verwirrt von den dauerhaften Blicken seines Sitznachbarn, schaute starr in die andere Richtung.
“Sie sind mein Held, Mr. Snowden.”
“Ach ja? Toll!”
“Nein wirklich. Sie haben die Menschen aufgeklärt und das sogar mit echten Fakten. Wissen Sie, ich denke mir immer nur irgendwas aus und versuche das den Leuten dann als DIE Wahrheit zu verkaufen. Insgeheim hoffe ich ja mal einen Glückstreffer zu landen oder die Sachen im Nachhinein so zu drehen, dass es irgendwie passt.”
“Achso? Hmmm. So wie mit dem blinden Huhn, ja?”
Das Interesse von Snowden an diesem Gespräch war eher dürftig.
“Ja genau. Er findet zwar nie ein Korn, aber erzählt den anderen blinden Hühnern, dass er eins gefunden hätte.”, schaltete sich Micha ins Gespräch. “Eine Taktik, die ich persönlich auch erfolgreich durchziehe.”
“Ist ja toll.”, meinte Snowden. “Und was ist, wenn mal ein Huhn kommt, was nicht blind ist und das Korn sehen will?”
“Dann erzählen wir einfach, der böse Hahn hat es gefressen!”
“Ist ja interessant.”
Langsam näherte sich die Scheibe der Hauptstadt. Jo versuchte das Gespräch mit Snowden am laufen zu halten.
“Sie saßen ja in der Höhle des Löwen und haben praktisch jede Information auf ihrem Bildschirm gehabt. Sicher kennen sie Gold-Rot-Schwarz, den Aufbruch. Gibt bestimmt eine Spezialabteilung, welche uns überwacht und verfolgt, oder? Die haben doch Angst vor uns!”
Snowden zog die Stirn in Falten und überlegte kurz.
“Gold-Rot-Schwarz? Aufbruch? Nein noch nie gehört. Hat bestimmt der Spamfilter von Prism gelöscht. Jeden Scheiß speichern die da auch nicht.”

“So fangen wir an?” Axel blickte in die Runde. “Ich begrüße euch zum nunmehr wasweißichwievielsten Neuschwabenland-Stammtisch. Sind heute neue Personen anwesend? Ja, da hinten. Dann möchte ich mich erstmal vorstellen. Mein Name ist Stoll, Axel Stoll. Ich bin promovierter Naturwissenschaftler im Eigenvertrieb. Mathematik, Physik und manchmal auch Geologie. Ich hab auch ein Buch geschrieben. Das Wissen um die wahre Physik. Ein Bestseller. Sämtlichst vergriffen. Sämtlichst. Bekommst du gar nicht mehr. Wer Interesse hat, dem kann ich gern ein Exemplar verkaufen. Der soll dann in der Pause einfach zu mir kommen. Mein Vortrag befasst sich heute mit Implosionswaffen. Da ist ordentlich Bums dahinter. Explosion ist Kindergarten dagegen. Aber erstmal Peter, was hast du heute vorbereitet?”
“Ja also ich erzähle heute was über das Deutsche Reich, Kriegseinsätze von 1945 bis gestern.“
“Ah, sehr schön, Peter”
“Aber zuvor noch ein Hinweis. Sämtliche Ton- und Bildaufnahmen sind aus urheberrechtlichen Gründen verboten.”
“Willensbruch! Das ist Willensbruch!”, tuschelte leise ein kleiner Mann am Ende des Tisches. Er versteckte sein Gesicht in dem weit nach oben geklappten Kragen seines Mantels und hatte seinen Hut tief ins Gesicht gezogen. Peter schaute in seine Richtung.
“Mario? Das bist doch du?”, fragte er.
“Mario? Ich kenne keinen Mario. Ich bin, ein dir völlig unbekannter Mann, den du noch nie gesehen hast!”
“Mario, so blöd bin ich nun auch wieder nicht. Klar bist du es. Ich hab dir doch ausdrücklich gesagt, dass du hier nicht mehr erwünscht bist. Vermutlich läuft deine Kamera in deiner Tasche. Verlasse umgehend diesen Stammtisch.”
“Willensbruch ist das! Massiver Willensbruch! Aber nicht mit mir. Nicht mit Mario. Ich fordere Schadensersatz.”
Wie ein schimpfender Giftzwerg stand er auf und lief zur Tür.
“Mario könnt ihr nicht zum Schweigen bringen. Ich bin einfreier Mensch ohne Personalausweis. Ihr seid doch alles Sklaven. Genau, Sklaven seid ihr! Das kommt alles bei YouTube.”
Gerade als er die Tür öffnen wollte, wurde diese von außen geöffnet und es erschien ein sehr gut ausgestattetes weibliches Wesen. Mit ihren schier endlos wirkenden Beinen, einer stattlichen Oberweite und in einer Uniform, die - wohl aus Sparzwang - nur das Nötigste verdeckte, stolperte sie fast über Mario.
Dieser blickte zu ihr nach oben. Seine Stimmung schlug urplötzlich um. Säuselnd sprach er zu ihr. “Hallo Du, kommst du aus Berlin? Hast du meine YouTube-Aufruf gesehen und möchtest mich zum NSL-Stammtisch begleiten? Ich wusste es, dass es klappen würde! Jahaaaaa. Hahahaaaaa.”
Er versuchte ihr die Hand zu küssen, doch zog sie diese weg, ging an ihm vorbei und wandte sich an die Männerrunde am Tisch.
“Ich bin Lady Nada und bin hier einzig wegen Axel Stoll! Er soll mal meinen Skalarantrieb durchchecken!”
Axel verschluckte sich an seiner eigenen Spucke und musste laut husten. Der Rest der Männer fing an zu grölen und zu pfeifen.
“He Axel, alter Haudegen!”
“Je oller, desto doller.”
“Glückwunsch Axel.”

Fortsetzung folgt... und zwar genau hier!

Kommentare:

  1. Herrlich. Auf jeden Fall am Ball bleiben und eine echtzeitnahe Berichterstattung Sommerfest bringen.

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  2. Viele Knaller in dem Text: Das mit dem "Bingo", mit dem Orga-Team und dem visualisieren...
    Super gemacht, Wilki!

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  3. Jo "le Taxi" Conrad musst du rausschreiben. Vielleicht nach Neuschwabenland ausfliegen, in die Hohlerde verfrachten oder auf der Hinterseite des Mondes runterbeamen.

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    1. Ich glaub das morphogenetische Feld wird ihn wohl verschlucken und sich dafür rächen, dass er seinen gesamten Müll diesem ständig übergeben hat. Das weiß nämlich langsam nicht mehr wohin damit.

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