Mittwoch, 11. Dezember 2013

Was gewesen war - Wilki schaut zurück

Eigentlich könnten sie uns leidtun, all die Esoteriker, Freigeister, Reichsbürger, also die gesamte Gemeinschaft der Erwachten. Egal was sie sich auch vornehmen, egal was sie auch anfassen, es funktioniert einfach nicht. Der Weltuntergang letztes Jahr zum Beispiel. Wie hat man sich da gefreut. Juhu endlich werden wir alle sterben, hat man gejubelt. Und dann? Was war passiert? Oh, wie überraschend. NICHTS. Moment! Werden jetzt einige sagen. Die Welt sollte ja gar nicht untergehen. Das haben wir alle nur falsch verstanden. Wir, die Schlafenden und nicht Hellsichtigen, die falsch Schwingenden und Kronenchakragestörten haben es nur nicht begriffen, dass damit ja ein neuer Anfang und der große Aufstieg nach 5D gemeint war. Was soll man da drauf antworten? Muss wohl ein sehr langer und beschwerlicher Aufstieg sein, denn bisher ist noch keiner oben angekommen. Oder aber niemand zurück gekehrt um davon zu berichten. Ich hätte ja wenigstens erwartet, dass die Aufstiegsgurus und Transformationslehrer aufgrund ihres übersinnlichen Wissens und Könnens schon längst neben Gott am Kapitänstisch des Traumschiffs 5D speisen. Aber reden wir nicht mehr darüber. Was bleibt? Nur die Feststellung, dass der ein oder andere Prophet nach dem ausgefallenen Weltuntergangsaufstieg sich eine neue Einkommensquelle suchen musste. Eigentlich würde man ja meinen, dass dies nicht allzu schwierig sein dürfte, bedient man doch eine sehr leichtgläubige Gemeinde, denen man so ziemlich jeden Schwachsinn als die Wahrheit schlechthin verkaufen kann. Doch wenn man sich Broers so ansieht, wie er fast schon depressiv sein Leid klagt,  scheint es wohl doch nicht so leicht zu sein, so einen Coup zu wiederholen.

Zum Thema leichtgläubige Gemeinde fällt mir gerade der Aufbruch ein. Wie? Ihr wisst nicht was ich meine. Der Aufbruch! GRS! Gold, Rot Schwarz! Die Alsfelder Beschlüsse! Klingelt es jetzt? Nein? Vielleicht so, ich meine Bennys private Facebookgruppe voller freigeistiger esoterischer Kochrezepte mit einem ordentlichen Schuss an braunen Gewürzen. Seht ihr, jetzt dämmert es. Auffällig an dieser Gruppe war und ist, dass hier ständig Sachen geteilt werden, die man für total neu und schockierend aufklärend hält, die aber bereits die Staubschicht von mehreren Jahren angesetzt haben oder schlicht einer Satireseite im WWW entstammen. Aber auf dem GRS-Flohmarkt findet sich wohl für fast alles ein Abnehmer, sei es auch noch so sinn- und nutzlos. Oder aber auch gerade deswegen. Damit das Niveau der Seite auch da bleibt, wo es hingehört, nämlich ganz unten im Keller, gibt es Benjamin. Nein nicht der Elefant, der kommt später. Bitte mehr Ernst, dass ist nicht lustig. Mit der Sensibilität eines Bulldozers managt er die Gruppe und sortiert akribisch alles aus, was seiner kleinen, von Paranoia geprägten Welt gefährlich werden könnte.

Man glaubt es ja kaum, aber es gab mal passend zur Facebookseite ein riesiges megagroßes Projekt mit gigantischer Außenwirkung, einer breiten gesellschaftlichen Debatte, einem Manifest der Dämlichkeiten und ein ganzes Team geballter Kompetenz. (Sobald ich rausgefunden habe, auf welchem Gebiet diese Kompetenz vorliegt, werde ich diese Information selbstverständlich nachreichen.) Aber das war mal, denn inzwischen ist der gute Benny der Einzige der die Fahne, zwar verkehrt herum, aber immerhin noch hochhält. Das war mal anders. Die Älteren unter uns, werden sich sicher daran erinnern. Für die Jüngeren sei gesagt, ja wirklich, am Anfang gab es noch ein echtes Team. Jo, Vogt und die Beckers bezeichneten sich - als die Einnahmen aus den Konferenzen noch sprudelten - gern als die Gründer, Vordenker und Organisatoren. Doch das ist schon lange her. Was war passiert. Taschentücher raus, jetzt wird es ein wenig traurig. Denn, lieber Leser, GRS ist verstorben. Auch wenn der Benny es nicht wahrhaben will und diese Tatsache gern verdrängt, so ist es dennoch Realität. Dieses freigeistige Kind hat bereits Anfang des Jahres 2013 das Zeitliche gesegnet und wurde in der morphogenetischen Familiengruft neben dem „Fürstentum“ und „Verfassung Jetzt“ bestattet. So jung musste es sterben, doch wen wundert’s. Gezeugt vom Medien Michael im Vollrausch des burschenschaftlichen Manifestes und ausgetragen von Jo, der vermutlich das Taxi zur Entbindung selbst gefahren hat, war ihm kein guter Start in dieses viel zu kurze Leben vergönnt. So wurde es von der Geburtshelferin Medi schon wenige Monate nach der Geburt im Namen des weiblichen Prinzips kastriert und von einer Basis alternativer Gruppen, welche sich unter den kleinsten gemeinsamen Nenner der Alsfelder Beschlüsse vereinigen sollten, zur simplen Plattform, welche man einfach nur zur Verfügung stellt, degradiert. Nach dieser Aktion nahm Medi ihren Mann und beide nahmen Reißaus und waren nimmer gesehen. Es bricht mir das Herz, wenn ich daran denke, dass dieses sterbende Kind von Papa Vogt und Mama Jo so allein gelassen wurde. Vernachlässigt und unter Vorenthaltung der für dieses Kind doch so lebenswichtigen Nährstoffe, wie Basisdemokratie und Transparenz, musste es zu allem Überfluss dazu, im Kreise von ein paar übergebliebenen Verwirrten seinen letzten Gang antreten. Das Sommerfest diesen Herbst könnte man fast schon als Leichenschändung betrachten.  Eine Schande ist das. Einzig der gute Patenonkel Benny kümmerte sich rührend um das Kind und hielt die böse Realität von ihm fern. Deswegen fällt es ihm auch sicher so schwer loszulassen. Mach es dir nicht so schwer Ben. Kopf hoch und nach vorne blicken. Inzwischen sorgt er sich ja wieder um sein neues altes Baby mit dem wohlklingenden Namen "Friedliche Lösungen" und vertickt seinen keltisch-druidischen Bekennerausweis. Praktisch, dass er dafür die Mailingliste von GRS nutzen kann. Das nenne ich Recycling. Dann muss man die nicht wegschmeißen. Wäre ja schade drum.  

Ach ja das Forum gibt es auch noch. Aber das ist eine andere Welt. Quasi ein kleiner Stützpunkt auf einer noch kleineren Trauminsel, die komplett von der Außenwelt abgeschnitten ist. Ich schau da ab und an vorbei. Die haben sich da zwar schon gewundert, warum sich keiner mehr meldet, aber ansonsten sind die komplett ahnungslos. Lassen wir es dabei. Der Schock wäre sonst zu groß.

Jo kümmert sich inzwischen um die Probleme anderer Kinder und versaut damit deren Leben und Vogt entwickelt sich zum Kämpfer gegen den bösen Skeptizismus und versucht mit Unterstützung der Volksfront vom Kulturstudio die Betreiber von Psiram zu erjammern. Bisher ohne Erfolg, aber daran dürften er und seine Verbündeten ja gewöhnt sein. Das ist auch etwas, was ich nicht verstehe. Da vereinigt man schon die gesamte erwachte Spiritualität auf seiner Seite, praktisch die Crème de la Crème der Hellsichtigkeit, und dennoch ist es bisher niemanden gelungen die Namen und Adressen der Psiram-Autoren in der eigenen Kristallkugel zu entziffern. Keine guten Referenzen, oder? Entweder man versteht vom eigenen Handwerk nicht allzu viel oder es wirkt ein mächtiger Schutzzauber. Dunkle Magie, welche die geistigen Botschaften mit mindestens 128-Quantenbits verschlüsselt. Wenn der Vogt wüsste, dass wir alle eine Voodoo Puppe von ihm haben und immer, wenn er irgendwo öffentlich spricht, diese mit tausenden Nadeln regelrecht zerstechen. So entlocken wir ihm pro Stich immer ein “Ähm” oder “Öh”. Oh ja, wenn er das wüsste, dann hätte er wieder einen neuen Grund zum Jammern.

Doch schauen wir mal in eine andere Anstalt. Was ist eigentlich mit dem König der Erleuchteten los. Der ganze Prunk ist inzwischen verflogen und einzig bleibt die Erinnerung an das Comedy Highlight 2012, die Krönungszeremonie. Er konnte daran nie so richtig anknüpfen und so wird es wohl ein One-Hit-Wonder bleiben. Er hat sich inzwischen umbenannt in ….tataaa … Imperator Fiduziar. Hoch offiziell, versteht sich. Weil Fiduziar so ähnlich klingt wie Fitzek und Fiduziar Fitzek, wenn es in jubelnden Sprechchören ihm zu Ehren millionenfach entgegenschallt, ein echter Zungenbrecher wäre, hat er sich entschlossen letzteren wegzulassen und hört ab sofort nur noch auf Peter. Da es davon sicherlich viele gibt, wird dies ergänzt durch den Zusatz “Sohn des Horst”. Dies hat auch gleich einen viel royaleren Klang. Sollte er mal wieder staatsmännisch in diplomatischer Mission unterwegs sein und den Herrscher der Nachbarburg besuchen, so beeindruckt ein solcher Name doch weitaus mehr. Denn wenn er klopfend vor dem Burgtor steht und der dortige Türsteher von der Burgmauer herunter ruft: “Wer begehret Einlass?”, so kann der königliche Souverän mit schallenden hallensischen Dialekt zurückrufen. “Ich! Peter, der Sohn des Horst”. Schon wird sich das Tor für Ihn öffnen. Vermutlich aber nicht aus Respekt, sondern weil man der Annahme ist, dass das Arbeitsamt endlich den neuen Hofnarren geschickt hat.

Inzwischen kämpft der Imperator auf immer mehr Schlachtfeldern. Man findet ihn zunehmend in den Klatschspalten der Boulevardpresse und natürlich vor Gericht. Denn sein Lieblingskampfsport ist nun mal die Juristerei. Doch musste er erst kürzlich gerade auf diesem Gebiet mehrere Niederlagen einstecken und wurde sogar zu einer Haftstrafe verurteilt. Nein, nicht wegen seines Königreiches oder weil er das System kritisierte - er wurde wegen Fahrens ohne Führerschein verknackt. Da so was nun ein bisschen doof ist für einen Revolutionär seines Kalibers, ging es, wie sollte es anders sein, in Wirklichkeit nicht um das ein oder andere Vergehen im Straßenverkehr. Es ging, zumindest in der Realität des Imperators, um viel größere Sachen. Zum Beispiel um die Anerkennung seines selbstgebastelten Führerscheins mit VIP Sonderbefugnissen. Das sollte man nicht unterschätzen. So was ist ein wichtiger Schritt im Prozess der Anerkennung eines Staates. Wird erstmal die Fahrerlaubnis akzeptiert, dann ist die Vollmitgliedschaft in den Vereinten Nationen nur noch reine Formsache. Der Richter hat dies selbstverständlich begriffen und deswegen seine Hohlheit verurteilt, damit dieser in Berufung gehen kann und eine noch viel höhere richterliche Anerkennung seines Staates bekommt. Das wird immer so weiter gehen. Bis zum „Jüngsten Gericht“. Da könnt ihr einen drauf fahren lassen.

Apropos fahren lassen. Ein fahrender Zirkus will sesshaft werden und sucht für Benjamin Blümchen und seine Kumpels – nein diesmal meine ich nicht den Benjamin von GRS – eine feste Bleibe. Den Elefanten will der König jetzt Asyl gewähren und diesen eine neue Heimat in seinem Staatsgebiet geben. Das soll Besucher ins Königreich locken und offenbart, dass auch er inzwischen seinen eigenen Laden für einen blanken Zirkus hält. Ob es funktioniert? Keine Ahnung, aber ich würde denken, wenn er einen Duty-free-Shop im Einreisebereich seines Krankenhauses eröffnet und billig Kippen und Schnaps steuerfrei vertickt, werden garantiert mehr Besucher kommen. Das würde dann sogar noch Geld in die Staatskasse spülen, was auch bitter nötig ist. Denn nicht nur aufgrund von alten Verbindlichkeiten, sondern auch wegen der Zwangsgelder in Millionenhöhe durch die Bafin, dürfte die Pro-Kopf-Verschuldung im Königreich um ein vielfaches höher sein, als die der Bundesrepublik. Vielleicht akzeptiert die Bafin ja auch Engel. Sollte er mal nachfragen. Dann könnte Saskia den Drucker der Königlichen Reichsbank anschmeissen und im Dienste des Monarchen die Schulden quasi wegdrucken. 1-Millionen-Engel-Scheine oder auch 1-Billionen-Engel-Scheine - die Bafin kann sicher rausgeben.

Wenn alles schief läuft, bleibt dem Peter ja noch sein Eldorado in Paraguay. Immerhin steht er dort in diplomatischer Beziehung mit irgendwem und kennt den Bruder der Frau eines Typen, der mal neben einem Abgeordneten im Bus gesessen hat persönlich. Er begleitet dort Projekte, die vermutlich ohne sein Zutun entstanden sind und auch ohne sein Zutun laufen. Alles im Interesse der dort lebenden Einheimischen, welche von deutschen Einwanderern vertreten werden. Wissen die eigentlich, dass der Peter hierzulande ein total erfolgreicher Geschäftsmann war? Ich stell mir außerdem gerade das Gesicht der lokalen Politiker vor, wenn der Imperator mit einem Koffer voller harter Engel ankommt, um das ganze finanziell zu unterstützen. Dafür können die sich ja dann Traumfänger im Internet bestellen, um den Traum vom reichen deutschen Investor noch ein wenig festzuhalten.

Ich bin auf alle Fälle gespannt, was das nächste Jahr so bringen wird. Wird Jo ein neues Projekt starten, welches er dem morphogenetischen Feld opfern kann um es milde zu stimmen? Betritt Jessie erneut die Bühne des Freivongeist-Theaters und sorgt dafür, dass das Fürstentum wieder handlungsfähig wird? Wird Benny seine Trauer überwinden können und GRS hinter sich lassen? Wird Johanne merken, dass sie die Einzige in Bens Facebookgruppe ist, die noch vom Aufbruch spricht? Wird Fitzek der neue König vom Trakt 13 der JVA oder flüchtet er auf Elefanten reitend ins Exil? Bekommt Michael Vogt den entscheidenden Hinweis zu Psiram oder erlaubt man ihm endlich wie wild in der Wikipedia zu editieren? Wird man die Beckers finden?

Wir werden sehen!

Kommentare:

  1. Geiler Artikel!
    Und ne gute Idee mit dem Rück- und Ausblick am Jahresende!
    Ich hatte ja Ende 2012 'ne Vorhersage für 2013 gemacht.
    Die schau ich mir gleich mal an...

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    1. Das Ende von GRS hast du ja korrekt vorhergesagt und das Ende des Königreiches bzw. von Neudeutschland ist eigentlich auch erreicht. Im Gegensatz zu 2012 konnte Fitzek 2013 keine ganze Halle mehr füllen und das Interesse unter den Erleuchteten hat spürbar nachgelassen.

      Du solltest Medium werden. :D

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    2. "Du solltest Medium werden. :D "

      Mit so einem ähnlichen Outfit

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    3. Meinste das steht mir, Noldor?

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    4. Dazu noch Uriellas Haarschmuck und Glööcklers Make-Up und fertig ist das Medium.

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  2. Ich nenne meine Möse "Muschi". Und Du?

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    1. Ach was. Gut, dass wir das geklärt haben.

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